Visitenkarten gestalten: Größe, Format, Druckdaten und Kosten

Welches Format wirkt, welches Papier zur Marke passt und woran sich saubere Druckdaten erkennen lassen. Plus konkrete Preise für Gestaltung und Druck.

15. Mai 2026 Georg Lösch 10 Min. Lesezeit
Hand hält eine weiße Visitenkarte der Kienzler Stadtmobiliar GmbH mit QR-Code, Branchen-Icons, rotem Akzentbalken und den Kontaktdaten des Geschäftsführers

Eine Visitenkarte ist ein scheckkartengroßes Print-Werbemittel zur Übergabe von Kontaktdaten im persönlichen Geschäftskontakt. Standardformat 85×55 mm, beidseitig auf 350 g/m² oder mehr, häufig mit Veredelung wie Prägung oder Farbschnitt.

Eine Visitenkarte ist die kleinste. Und oft wichtigste. Markenbotschafterin eines Unternehmens. Sie wird übergeben, kurz angeschaut, in die Brieftasche gesteckt oder weggeworfen. Diese drei Sekunden entscheiden, ob Sie als kompetent, hochwertig und professionell wahrgenommen werden. Format, Papier, Typografie und Haptik sind dabei keine Geschmacksfragen, sondern strategische Entscheidungen.

Wie gestaltet man eine Visitenkarte?

Eine professionelle Visitenkarte entsteht in sechs Schritten. Die Reihenfolge ist entscheidend, weil jeder Schritt die Spielräume des nächsten festlegt:

  1. Ziel und Funktion klären. Networking-Karte, Premium-Karte oder reine Kontaktkarte?
  2. Format wählen. Standard 85×55 mm, quadratisch oder Sondergröße, abhängig von Branche und Wirkung.
  3. Papier und Veredelung wählen. Grammatur, Material und Veredelung tragen die haptische Botschaft.
  4. Layout und Typografie aufbauen. Hierarchie aus Name, Funktion, Kontaktdaten, ggf. QR-Code.
  5. Druckdaten korrekt anlegen – 2 mm Beschnitt, CMYK, 300 dpi, PDF/X-4, eingebettete Schriften.
  6. Druckverfahren wählen. Digitaldruck für kleine Auflagen, Offset ab 500 Stück, Letterpress für Premium.

Wie groß ist eine Visitenkarte?

Die Standardgröße einer Visitenkarte beträgt 85×55 mm – das Scheckkartenformat, das in jede Brieftasche und jeden Kartenhalter passt. Diese Visitenkartengröße ist im deutschsprachigen Raum die verbreitetste Wahl und die Basis für gängige Kartenhalter und Mappen.

Neben dem Standard sind weitere Maße und Abmessungen gebräuchlich:

FormatMaßeVerwendung
Standard (Scheckkartenformat)85×55 mmDeutschland, Europa – gängigste Visitenkartengröße
DIN A874×52 mmEtwas kompakter, seltener genutzt
Quadratisch55×55 mmAuffällig, Design- und Kreativbranchen
Mini / Lesezeichen85×28 mmZusatzkarte, reduzierte Information
US-Format89×51 mmUSA, Kanada – international leicht abweichend

Die durchschnittliche Visitenkartengröße bleibt trotz der Varianten das Scheckkartenformat 85×55 mm – darauf sind Kartenhalter, Portemonnaies und Steckfächer im Auto ausgelegt. Welches Maß im Einzelfall sinnvoll ist, klärt Schritt 2.

Wann sich eine Visitenkarte lohnt. Und wann nicht

Trotz LinkedIn, digitaler Signaturen und QR-Übergabe bleibt die Visitenkarte das schnellste, persönlichste und unaufdringlichste Werkzeug der Kontaktanbahnung. Sie funktioniert ohne Smartphone, ohne App, ohne Akku und ohne Erklärung. Genau das macht sie 2026 wieder wertvoll: Im digitalen Rauschen ist eine gut gemachte Visitenkarte ein haptisches Statement.

Sinnvoll ist sie für Menschen mit regelmäßigem Geschäftskundenkontakt: Beratung, Vertrieb, Handwerk, Architektur, Medizin, Anwaltskanzlei, freie Berufe. Weniger sinnvoll bei reinen Online-Geschäften ohne persönlichen Termin oder im klassischen Einzelhandel ohne Erstgespräch. Dort reicht eine gut gestaltete Flyer- oder Postkarten-Lösung.

Als Ergänzung. Nicht Ersatz. Funktioniert die digitale Visitenkarte (vCard, NFC-Karte, QR-Übergabe). Sie ersetzt die haptische Karte selten vollständig, weil sie für viele Empfänger ungewohnt bleibt und im Gespräch eine zusätzliche Erklärung kostet.

Schritt 1: Ziel und Funktion klären

Vor Format und Layout steht die Frage: Welche Rolle soll Ihre Visitenkarte erfüllen? Drei Grundtypen decken die meisten Anwendungsfälle ab:

  • Die Kontaktkarte. Effizient, sachlich, mit allen Kanälen (Telefon, E-Mail, Website). Standardformat, gute Lesbarkeit, robuste Haptik. Für Vertrieb, Außendienst und Beratung mit hoher Karten-Frequenz.
  • Die Networking-Karte. Mit visuellem Hingucker, oft beidseitig bedruckt, mit Spezialfeature (QR-Code, Slogan, Bildmotiv). Funktioniert auf Events, Konferenzen und Branchentreffen, wo viele Karten parallel ausgetauscht werden.
  • Die Premium-Karte. Hochwertiges Material, Veredelung (Heißfolie, Reliefprägung, Farbschnitt), oft dickere Grammatur (400+ g/m²). Für Geschäftsführung, Anwälte, Architekten und Berater im oberen Segment, bei denen die Karte selbst Statussymbol ist.

Diese Entscheidung beeinflusst alle folgenden Schritte. Eine Premium-Karte mit drei Veredelungen rechtfertigt höhere Designkosten; eine Kontaktkarte für 5.000 Stück Auflage kalkuliert anders.

Schritt 2: Das richtige Format wählen

Drei Formate decken über 95 % der Anwendungsfälle ab. Die Wahl hängt von Tradition, Markenwirkung und der Frage ab, ob die Karte in eine Standard-Visitenkartentasche passen soll.

Standard 85×55 mm. Der Klassiker

Das im deutschsprachigen und europäischen Raum gebräuchlichste Format (umgangssprachlich „Scheckkartenformat"). Passt in jede Visitenkartenmappe, Brieftasche und in den Steckschlitz jeder Visitenkartentasche im Auto. Wer Standard-Aufbewahrung erwartet, sollte dieses Format wählen. 100 % kompatibel mit allen Onlineprint-Anbietern.

DIN A8 – 74×52 mm (europäisch)

Etwas kleiner und genormt nach DIN 476. Wird in Deutschland und Österreich noch von einigen Behörden und alteingesessenen Unternehmen verwendet. Wirkt zurückhaltend, fast bescheiden. Und passt nicht immer in moderne Visitenkartentaschen. Heute eher Randerscheinung.

Quadratisch 55×55 mm

Modern, ungewöhnlich, fällt sofort auf. Passt aber nicht in Standard-Steckmappen und wird oft separat aufbewahrt. Stark in Kreativbranchen (Design, Werbung, Architektur), schwierig im klassischen B2B-Vertrieb. Beidseitiger Druck wird hier zur Pflicht, weil eine Seite alleine zu wenig Platz hat.

Mini- oder Lesezeichenformat 85×28 mm

Halbe Höhe einer Standardkarte. Wirkt elegant und reduziert, eignet sich für Branchen mit Hingucker-Anspruch (Friseur, Boutique, Galerie). Achtung: bietet wenig Platz für Inhalt und ist nicht für komplexe Kontaktdaten geeignet.

Zwei gestapelte Visitenkarten im minimalistischen Schwarz-Weiß-Design mit dem Wortlogo „mueller“, viel Weißraum und einem kleinen Kreissymbol
Reduziertes Schwarz-Weiß-Design mit viel Weißraum: Ein klares Konzept trägt auch ohne Farbe und Veredelung – unabhängig vom gewählten Format.

Schritt 3: Papier und Veredelung

Bei Visitenkarten entscheidet die Haptik mit. Eine 250-g-Karte wirkt billig, eine 400-g-Karte wertig. Derselbe Inhalt, fundamental andere Wahrnehmung. Papier und Veredelung sind kein „Nice to have", sondern Teil der Markenbotschaft.

Grammatur

  • 300 g/m². Untergrenze für Visitenkarten. Wirkt im direkten Vergleich dünn, ist aber bei knappem Budget vertretbar.
  • 350 g/m². Industriestandard im Onlineprint. Gutes Verhältnis aus Stabilität und Preis.
  • 400 g/m². Wertige Haptik, Standard im gehobenen B2B-Segment.
  • 500 – 600 g/m². Premium-Klasse. Wird oft als Duplex (zwei zusammenkaschierte 250 – 300-g-Bögen) realisiert. Hier ist Farbschnitt möglich. Etwa eine schwarze Mittelschicht zwischen zwei weißen Außenseiten.

Papierarten

  • Bilderdruck glänzend. Brillante Farben, Standardlösung für bildlastige Karten. Wirkt heute zunehmend austauschbar.
  • Bilderdruck matt. Ruhiger, eleganter, gut lesbar. Etablierter Premium-Look.
  • Naturpapier (Munken, Arctic Volume, Conqueror). Weniger brillant, dafür haptisch wertig und mit klarer Markenbotschaft. Hat ein höheres Volumen als gestrichenes Papier: eine 250-g-Karte fühlt sich an wie 300 g Bilderdruck. Für nachhaltige, traditionelle oder handwerklich orientierte Marken.
  • Recyclingpapier. Sichtbare Faserstruktur, kommuniziert Nachhaltigkeit. Zertifizierung wie FSC Recycled, Blauer Engel oder EU Ecolabel sollte aufgedruckt werden.

Veredelungen

  • Partielle UV-Lackierung. Glänzende Akzente auf matter Fläche (Logo, Headline). Klischee-Pauschale ca. 80 – 150 € plus Stückkosten.
  • Heißfolienprägung (Gold, Silber, Kupfer, Holographic). Metallisch, taktil, hochwertig. Klischee-Anlauf 80 – 200 € plus Aufpreis pro Karte.
  • Relief- oder Blindprägung. Schriftzug oder Logo erhaben oder vertieft, ohne Farbe. Edler reduzierter Look, ähnliche Kostenstruktur wie Heißfolie.
  • Folienkaschierung matt. Standard-Premium-Veredelung im Onlineprint, kratzfest, ruhiger Look. Aufpreis ca. 30 – 50 % auf den Druckpreis.
  • Folienkaschierung glänzend. Brillantere Farben als matt, höhere Reflexion. Ähnlicher Aufpreis.
  • Soft-Touch-Folie. Samtige Haptik, Premium-Klasse über Standard-Mattfolie. Faktor 2 – 3 auf den Druckpreis.
  • Farbschnitt. Farbig eingefärbte Kanten bei Duplex- oder Triplex-Karten. Hingucker bei 500+ g/m². Aufpreis 50 – 150 € pro Auflage.
  • Stanzung oder Lasercut. Freie Außenkonturen oder Aussparungen. Für Marken mit Wiedererkennungs-Symbolik.

Faustregel: Eine gezielte Veredelung wirkt stärker als drei kombinierte. Wer alle Tricks gleichzeitig nutzt, signalisiert Unsicherheit, nicht Hochwertigkeit.

Schritt 4: Layout und Typografie

Visitenkarten-Layout mit klarer Hierarchie aus Name, Funktion und Kontaktdaten
Eine ruhige Hierarchie: Name größer, Funktion kleiner, Kontaktdaten kompakt. Weißraum trägt die Wirkung.

Eine Visitenkarte hat 47 cm² Fläche. Wer alles unterbringen will, bringt nichts unter. Die typische Hierarchie:

  1. Name und Funktion. Größtes Element, klar lesbar. Name 9 – 12 pt, Funktion 7 – 8 pt.
  2. Logo oder Markenelement. Prominent platziert, aber nicht dominierend. Logo-Mindestgröße aus dem Style-Guide einhalten.
  3. Kontaktdaten. Telefon, E-Mail, Website, Adresse. Kompakt gesetzt, oft mit Icons. 7 – 8 pt.
  4. Sekundäre Elemente. QR-Code, Slogan, Social-Media-Handle. Nur, wenn sie wirklich Mehrwert bringen.

Mindest-Schriftgröße: 7 pt. Darunter wird es im Druck unleserlich, besonders bei dünnen Schriftschnitten. Bei negativem Satz (helle Schrift auf dunklem Grund) nicht unter 8 pt.

Weißraum: Mindestens 30 – 40 % der Fläche bewusst leer lassen. Eine vollgepackte Visitenkarte wirkt billig und unstrukturiert.

QR-Code: sinnvoll, wenn er auf eine vCard, Terminbuchung oder Landingpage führt. Nicht auf die Startseite Ihrer Website. Mindestgröße 15×15 mm bei klarem Kontrast (dunkel auf hell, kein farbiger Hintergrund unter dem Code). Standardplatzierung: Rückseite, mit klarer Beschriftung („Kontakt direkt speichern").

Vorder- vs. Rückseite: Vorderseite trägt die Kontaktdaten, Rückseite das visuelle Element. Logo groß, Bildmotiv, Slogan oder Branchen-Visual. Beidseitiger Druck kostet im Onlineprint nur 5 – 15 % Aufpreis und verdoppelt die gestalterische Wirkung. Bei Veredelungen wie partieller UV-Lackierung, Heißfolie oder Prägung in der Druckdatenfreigabe explizit angeben, welche Seite veredelt wird. Druckereien legen das nicht automatisch fest.

Vorder- und Rückseite einer Visitenkarte nebeneinander: vorn Name, Funktion und Kontaktdaten, hinten das große Kienzler-Logo auf grauer Fläche
Vorderseite trägt die Kontaktdaten, Rückseite das große Logo – beidseitiger Druck verdoppelt die gestalterische Wirkung (Kienzler Stadtmobiliar).

Schritt 5: Druckdaten richtig anlegen

Hier scheitern die meisten Eigenproduktionen. Eine grafisch gute Visitenkarte ist druckunbrauchbar, wenn die technischen Vorgaben nicht stimmen.

Beschnitt und Sicherheitsabstand

2 mm umlaufender Beschnitt bei Visitenkarten (Standard im Onlineprint). Alle Bilder und Farbflächen, die bis zur Kante reichen, müssen 2 mm über das Endformat hinausgehen. Sicherheitsabstand für Text und Logo: mindestens 3 mm vom Endformat-Rand. Wer Texte näher an die Kante setzt, riskiert Anschnitte durch Schneidetoleranzen.

Vorder- und Rückseite einer Visitenkarte von Kleber Elektrotechnik mit vollflächig randabfallender roter Markenfarbe und weißer Vorderseite
Vollflächig randabfallende Markenfarbe: Solche Flächen müssen 2 mm über den Rand laufen – und wirken als Sonderfarbe satter als im CMYK-Aufbau (Kleber Elektrotechnik).

Farbmodus und ICC-Profil

Immer CMYK, nie RGB. Profil: PSO Coated v3 (FOGRA51) für gestrichene Papiere, PSO Uncoated v3 (FOGRA52) für Naturpapier und ungestrichene Sorten. Beide Profile sind kostenlos bei der European Color Initiative (ECI) verfügbar und werden von praktisch allen deutschen Druckereien erwartet.

Sonderfarben (Pantone / HKS)

Bei prominenter Markenfarbe. Sattes Rot, dunkles Blau, ungewöhnliche Töne. Lohnt sich eine Pantone-Solid-Coated- oder HKS-Sonderfarbe statt CMYK-Mischung. Sondertöne wirken im Druck gleichmäßiger und satter als 4c-Aufbau, der bei feinen Flächen leicht ungleichmäßig wird. HKS N für ungestrichenes Papier (Naturpapier), HKS K für gestrichenes (Kunstdruckpapier). Aufpreis im Onlineprint meist 30 – 80 € pro Sonderfarbe, im Offset ab 1.000 Stück oft wirtschaftlich.

Schwarzaufbau

Schwarze Schrift als reines Schwarz (0/0/0/100) anlegen, nicht als 4c-Mischung. Sonst entstehen Registerfehler bei feinen Buchstabenkanten. Große schwarze Flächen dagegen als Tiefschwarz mit Buntaufbau (z. B. 60/40/40/100), damit sie satt und nicht grau wirken.

Auflösung und Schriften

Alle Bilder mit 300 dpi bei Originalgröße. Logos und Liniengrafiken bevorzugt als Vektor anlegen. Schriften einbetten (in PDF/X-4) oder vor dem Export in Pfade umwandeln. Sonst werden sie durch Standardschriften ersetzt.

Export-Format

PDF/X-4 ist der heutige Standard. Beim Export Überdrucken-Einstellungen prüfen (Schwarz auf Bunt überdruckt standardmäßig; Weiß auf Bunt darf nie überdrucken, sonst verschwindet es im Druck). Vor- und Rückseite als zwei Seiten in einer Datei. Nicht als zwei getrennte Dateien.

Schritt 6: Druckverfahren wählen

Wer Visitenkarten drucken lassen will, hat drei Verfahren zur Wahl. Die Entscheidung hängt von Auflage, Veredelungswunsch und Budget ab.

Digitaldruck. Bis 500 Stück

Schnell verfügbar (24 – 72 Stunden), günstig bei Kleinauflagen, ideal für personalisierte Karten oder häufige Aktualisierungen. Druckdaten direkt aus der PDF, keine Druckplatten. Standardverfahren bei Onlineprint-Anbietern für Auflagen unter 500 Stück.

Offsetdruck. Ab 500 Stück

Bessere Schärfe und konstantere Farben als Digitaldruck. Druckplatten pro Farbe einmal einrichten, dann lange Bahnen. Unter 500 Stück lohnt sich Offset selten. Über 1.000 Stück deutlich günstiger im Stückpreis als Digitaldruck.

Letterpress oder Buchdruck. Premium-Segment

Buchdruck mit Pressdruck der Druckform in das Papier. Tastbare Vertiefungen, hochwertigste Haptik. Funktioniert nur auf dickem, weichem Naturpapier (350 g+). Auflagen meist 100 – 500 Stück, Preise pro Karte ab 1 – 3 € reine Druckkosten zuzüglich Klischee-Anlauf (150 – 400 €). Für Geschäftsführung, Anwaltskanzleien und Premium-Berater die hochwertigste Visitenkarte überhaupt.

Was kostet eine Visitenkarte?

Die Gesamtkosten teilen sich in drei Posten: Design, Druck und Veredelung.

  • Design durch Grafikdesigner: einfache, klassische Visitenkarte ab etwa 150 – 300 €. Beidseitige Karte mit individueller Bildwelt 400 – 600 €. Premium-Konzept mit Veredelungsberatung und Druckabwicklung 600 – 1.200 €.
  • Druck (500 Stück, 4c beidseitig, 350 g): ab etwa 30 € im Onlineprint, bei regionaler Druckerei ab 60 €.
  • Premium-Druck (500 Stück, 400 g matt, beidseitig, mit partieller UV-Lackierung): ab etwa 120 €.
  • Letterpress (250 Stück, 500 g Baumwollpapier, einseitig): ab etwa 350 €.
  • Veredelungen erhöhen den Druckpreis um 50 – 300 %, je nach Verfahren und Auflage.

Wer sein Corporate Design bereits hat, liegt am unteren Ende der Designkosten. Mehr Hintergrund im Artikel Was kostet ein Grafikdesigner.

Häufige Fehler bei Visitenkarten

Wer Visitenkarten selbst gestaltet, scheitert selten am Layout. Sondern an Druckdaten und Materialwahl.

  • Zu kleine Schriftgrößen. Unter 7 pt wird im Druck unleserlich, besonders bei dünnen Schriftschnitten.
  • Fehlender Beschnitt. Bilder reichen genau bis zur Kante, ergeben beim Schneiden weiße Blitzer.
  • RGB statt CMYK. Farben verschieben sich beim Druck unkontrolliert.
  • Schriften nicht eingebettet. Werden durch Standardschriften ersetzt, Layout bricht.
  • Zu viel Inhalt. Jede Social-Media-Plattform, jede Telefonnummer, jede Adresse: die Karte wirkt überladen und billig.
  • QR-Code ohne Funktion. Führt nur auf die Startseite statt auf vCard, Terminbuchung oder Landingpage.
  • Logo zu groß. Logo dominiert, Kontaktinformation untergeht. Logo dient als Absender, nicht als Plakat.
  • Schwarze Flächen als 0/0/0/100. Wirken grau statt satt, vor allem auf Naturpapier.
  • Billiges Papier zur Premium-Botschaft – 250 g/m² widerspricht jeder Hochwertigkeits-Aussage. Mindestens 350 g/m².
  • Aktuelle Daten fehlen. Mobilnummer, E-Mail oder Website veraltet. Lieber kleinere Auflage und öfter nachdrucken.

Eine durchdachte Visitenkarte ist Markenbotschaft im Kleinformat. Format, Material, Veredelung und Typografie entscheiden, ob sie in der Brieftasche landet oder im Mülleimer. Wer auf Konsistenz mit dem eigenen Corporate Design achtet, professionelle Druckdaten anlegt und die Karte als strategisches. Nicht dekoratives. Werkzeug versteht, holt aus 47 cm² Papier das Maximum heraus. Weiterführend zur richtigen Beauftragung: Visitenkarten-Design, Was kostet ein Grafikdesigner, Briefing erstellen und unsere Portfolio-Referenzen.

Häufige Fragen

Welche Größe sollte eine Visitenkarte haben?

Standard ist 85×55 mm. Das internationale Scheckkartenformat. Es passt in jede Visitenkartenmappe, Brieftasche und Steckhülle und wird von allen Onlineprint-Anbietern unterstützt. Quadratische Karten (55×55 mm) wirken modern und fallen auf, passen aber nicht in Standard-Aufbewahrungen. DIN A8 (74×52 mm) ist die deutsche Norm, heute aber Randerscheinung. Für reine Hingucker eignet sich das Mini- oder Lesezeichenformat 85×28 mm.

Welches Papier ist das beste für Visitenkarten?

Industriestandard sind 350 g/m² Bilderdruck matt. Ein guter Kompromiss aus Stabilität, Optik und Preis. Für gehobene Karten 400 g/m² oder Naturpapier (Munken, Arctic Volume, Conqueror) mit weicher Haptik. Premium-Karten arbeiten mit 500 – 600 g/m² Duplex- oder Triplex-Aufbauten, oft kombiniert mit Farbschnitt. Recyclingpapier mit FSC-Recycled-Zertifizierung kommuniziert Nachhaltigkeit, hat aber eine sichtbare Faserstruktur.

Was kostet eine Visitenkarte vom Grafikdesigner?

Eine einfache Standardkarte kostet beim freien Grafikdesigner ab 150 – 300 €. Eine beidseitige Karte mit individueller Bildwelt liegt zwischen 400 und 600 €. Premium-Konzepte mit Materialberatung und Druckabwicklung gehen bis 1.200 €. Der Druck (500 Stück, 4c beidseitig, 350 g matt) beginnt im Onlineprint ab etwa 30 €, im Letterpress ab 350 € für 250 Karten. Veredelungen erhöhen den Druckpreis um 50 – 300 %.

Was gehört auf eine Visitenkarte?

Pflichtangaben: Name, Funktion, Unternehmen, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Website. Optional je nach Branche: Geschäftsadresse, Mobilnummer, LinkedIn- oder XING-Profil, QR-Code für vCard-Übergabe. Logo als Absender, nicht als Plakat. Weniger ist mehr. Wer alle Kanäle unterbringt, signalisiert Unklarheit. Maximal 5 – 6 Informations-Einheiten auf der Vorderseite, die Rückseite bleibt für visuelle Markenwirkung.

Ist ein QR-Code auf der Visitenkarte sinnvoll?

Ja, wenn er einen konkreten Nutzen bietet: Übergabe einer vCard zum direkten Speichern in die Kontakte, Verlinkung zur Online-Terminbuchung oder zu einer relevanten Landingpage. Sinnlos ist ein QR-Code, der nur auf die Startseite der Website führt. Mindestgröße 15×15 mm, in dunklem Kontrast auf hellem Hintergrund, ohne farbige Hintergrund-Strukturen unter dem Code. Standardplatzierung: Rückseite, mit Beschriftung wie 'Kontakt direkt speichern'.

Sollte man Visitenkarten beidseitig bedrucken?

In den meisten Fällen ja. Beidseitiger Druck kostet im Onlineprint nur 5 – 15 % mehr als einseitiger Druck und verdoppelt die gestalterische Wirkung. Typische Aufteilung: Vorderseite mit Kontaktdaten, Rückseite mit visuellem Element (Logo groß, Bildmotiv, Slogan oder Branchenmotiv). Einseitig sinnvoll vor allem bei Letterpress-Karten, wo die haptische Vertiefung auf der Rückseite stören würde.

Welches Dateiformat brauche ich für den Druck von Visitenkarten?

PDF/X-4 ist der heutige Standard und wird von allen professionellen Druckereien akzeptiert. Wichtig: 2 mm Beschnitt, CMYK-Farbmodus mit ICC-Profil (PSO Coated v3 / FOGRA51 für gestrichen, PSO Uncoated v3 / FOGRA52 für ungestrichen), 300 dpi bei Originalgröße, Schriften eingebettet oder in Pfade umgewandelt, Vor- und Rückseite als zwei Seiten in einer Datei. Überdrucken-Einstellungen prüfen, besonders bei weißen Elementen auf farbigen Flächen.

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