Flyer gestalten: Format, Falz, Druckdaten und Kosten

Welches Format zum Verteilweg passt, welche Falzart Inhalt führt und wie Druckdaten ohne Reklamation rausgehen. Mit Preisrahmen für Gestaltung und Druck.

14. Mai 2026 Georg Lösch 13 Min. Lesezeit
Mehrseitiger Falz-Flyer mit klarer Layout-Hierarchie aus Headline, Bildwelt und Call-to-Action. Beispiel aus Print-Werbemittel-Gestaltung

Ein Flyer ist ein einseitiges oder gefalztes Print-Werbemittel mit klarer Botschaft und konkretem Handlungsaufruf. Eingesetzt wird er für Aktionen, Mailings, Auslage, Verteilung und Veranstaltungen. Stärken: günstig im Druck, schnell in der Hand, fokussiert auf eine Hauptaussage und eine konkrete Aktion.

Wie gestaltet man einen Flyer?

Ein professioneller Flyer entsteht in sechs Schritten. Die Reihenfolge ist entscheidend, weil jeder Schritt die Spielräume des nächsten festlegt:

  1. Ziel und Zielgruppe klären. Welche Aktion soll der Flyer auslösen, und wer hält ihn in der Hand?
  2. Format wählen. DIN A6, DIN lang, DIN A5 oder DIN A4, abhängig von Verteilweg und Informationsmenge.
  3. Falzart entscheiden. Wickel-, Zickzack-, Altar- oder Kreuzbruchfalz, passend zum Inhalt.
  4. Layout aufbauen. Titel mit klarem Benefit, Innenseiten mit visueller Hierarchie, prominente CTA.
  5. Druckdaten korrekt anlegen – 3 mm Beschnitt, CMYK, 300 dpi, Schriften einbetten, PDF/X-4.
  6. Druckverfahren und Auflage festlegen. Digitaldruck unter 500 Stück, Offset ab 1.000 Stück.

Wofür sich ein Flyer lohnt. Und wofür nicht

Ein Flyer ist das vielseitigste Print-Werbemittel: günstig im Druck, schnell in der Hand und mit klarer Botschaft. Genau das macht ihn zum Standard, wenn Sie eine Aktion ankündigen, ein Produkt vorstellen oder als Mailing-Beilage Aufmerksamkeit erzeugen wollen.

Sinnvoll ist er, wenn die Botschaft auf einen Blick verständlich ist und der Flyer eine konkrete Handlung auslösen soll: Anruf, Website-Besuch, Termin, Gutschein-Einlösung. Weniger sinnvoll, wenn Sie viele Produkte präsentieren oder einen dauerhaften Markenauftritt setzen wollen. Dafür sind Imagebroschüren oder Kataloge die bessere Wahl.

Klassische Einsatzbereiche für Werbeflyer: Streuverteilung, Beilagen in Zeitungen oder Paketen, Auslage an Verkaufsorten, Aushändigung auf Messen und Veranstaltungen, Direktmailing per Post.

Für die persönliche Kontaktanbahnung im B2B-Bereich ist die Visitenkarte das passende Werbemittel. Kleiner, hochwertiger und gezielter eingesetzt als der breitenwirksame Flyer.

Schritt 1: Ziel und Zielgruppe definieren

Wer einen Flyer erstellen will, sollte vor Format und Layout eine einzige Frage klären: Welche Handlung soll der Empfänger nach dem Lesen ausführen? Anrufen, Website besuchen, in den Laden kommen, einen Termin buchen, einen QR-Code scannen. Diese Antwort steuert alle weiteren Entscheidungen.

Im zweiten Schritt klären Sie, wo der Flyer den Empfänger erreicht. Wird er an Türen verteilt, in der Fußgängerzone übergeben, einem Paket beigelegt, in einem Wartezimmer ausgelegt oder per Post versendet? Der Verteilweg bestimmt die Lebensdauer in der Hand und damit die Informationsdichte, die ein Flyer überhaupt transportieren kann.

Ein gutes Briefing für Ihren Grafikdesigner enthält Ziel, Zielgruppe, Verteilweg, Hauptbotschaft und gewünschte Aktion auf einer halben Seite. Wer diese Punkte vorab formuliert, spart später Korrekturschleifen.

Schritt 2: Das richtige Flyer-Format wählen

Vier Standardformate decken über 90 % der Anwendungsfälle ab. Welche Flyer-Größe passt, hängt vom Verteilweg, der Informationsmenge und dem Budget ab. Die gängigen Flyer-Maße im Überblick:

DIN-lang-Flyer für Ambulanz Schutzengel Hamburg mit Headline, Bildwelt und klarer CTA
DIN lang (99×210 mm) ist das klassische Display-Format: passt in Prospekthalter, Briefkuverts und Innentaschen von Jacken. (Projekt Ambulanz Schutzengel)

DIN A6 (105×148 mm). Der Handzettel

Klein, günstig, schnell verteilt. Ideal für Streuverteilung, Postwurfsendungen ohne Adresse und kurze Aktions-Botschaften. Wenig Platz für Inhalt, deshalb klare Hierarchie und maximal eine Hauptaussage. Druckkosten für 1.000 Stück 4c einseitig: ab etwa 25 €.

DIN lang (99×210 mm). Der Klassiker

Passt in Standard-Briefumschläge und Prospekthalter, gibt zweiseitig genug Raum für Headline, drei bis vier Argumente und einen klaren Call-to-Action. Für Mailings, Auslagen und Hand-outs auf Messen meistens die richtige Wahl. DIN lang funktioniert sowohl im Hoch- als auch im Querformat, wobei das Querformat moderner wirkt und gut zu starken Headlines passt.

DIN-lang-Flyer im Querformat für Warmup mit großer Headline und Produkt-Visualisierung
DIN lang quer: das Format dreht sich, die Vorteile bleiben. Mehr Platz für lange Headlines und Landschaftsmotive. (Projekt Warmup)

DIN A5 (148×210 mm). Mehr Inhalt, gute Lesbarkeit

Der ideale Mittelweg, wenn Sie mehr als nur ein Angebot kommunizieren wollen. A5 wirkt hochwertiger als A6, ist gut in der Hand und bietet Platz für Bilder mit Wirkung. Für Imagewerbung mit konkreter Aktion das ehrlichste Format.

DIN A4 (210×297 mm). Das Infoblatt

Mehr Beilage als Flyer im klassischen Sinn. Sinnvoll, wenn Sie ausführlich informieren: Speisekarten, Programmübersichten, Preislisten. Aus der Hand gelegt, also nicht für Streuverteilung gedacht. A4 trägt auch den digitalen Mehrseiter, etwa die Grippeschutz-Kampagne für medservio mit Flyer, Newsletter und Landingpage.

A4-Flyer für das Fitgear24-Partnerprogramm mit Headline „Level up with Fitgear24“, Produktliste, freigestellten Produktshots und rotem QR-Kreis mit Rabattcode.
Das A4-Format gibt Raum für Produktwelt, Argumente und einen klaren QR-CTA auf einer Seite. (Projekt Fitgear24)

Klappkarte – 4 Seiten im Postkartenformat

Aus einem A5- oder A6-Bogen mit einem Mittelbruch entsteht eine Klappkarte mit vier Seiten. Auf 250 – 300 g Papier wirkt sie deutlich hochwertiger als ein klassischer Flyer und passt in jeden Standard-Briefumschlag. Ideal für Einladungen, Saisongrüße, Gutscheine und Premium-Mailings, bei denen Haptik die Botschaft trägt.

Sondergrößen. Hingucker mit Aufschlag

Quadratisch (148×148 oder 210×210), Mini-Karten oder ungewöhnliche Schnittformen lassen sich umsetzen, kosten im Druck aber 20 – 50 % mehr durch ungünstige Bogenausnutzung. Bei freien Schnittformaten mit Stanze oder Lasercut steigt der Aufschlag deutlich darüber. Nur sinnvoll, wenn das Format inhaltlich begründet ist.

Schritt 3: Die passende Falzart

Sobald der Flyer mehr als zwei Seiten Inhalt trägt, wird er zum Faltblatt. Die Falzart ist kein Detail, sondern ein dramaturgisches Werkzeug: Sie steuert, in welcher Reihenfolge der Empfänger Ihre Botschaft sieht.

Aufgeklappter A5-Einbruchfalz-Flyer für Sydney West Riders mit Kosten, Ablaufplan und Action-Foto
Einbruchfalz (Bifold): ein Mittelfalz, vier Seiten – außen der Titel, innen die Doppelseite mit dem kompletten Angebot. (Projekt Sydney West Riders)

Einbruchfalz (2 Panels)

Die einfachste Falzart: ein einziger Mittelfalz bringt den Bogen auf vier Seiten. Ideal, wenn ein klares Außen – Titel und Hinführung – und ein zusammenhängendes Innen genügen; das Angebot lebt dann auf einer Doppelseite, die man in einem Blick erfasst. Der A5-Flyer für Sydney West Riders nutzt genau das: außen das Ride-Days-Cover, innen die Doppelseite mit Ablauf, Kosten und Speed-Gruppen.

Mehrseitiger Falz-Flyer für Core Sensing mit klarer Bildwelt und Inhaltsstruktur
Ein Wickelfalz mit drei Panels: jede Falzseite trägt einen eigenen Inhaltsschritt, ideal für eine Mini-Story in drei Akten. (Projekt Core Sensing)

Wickelfalz (3 Panels)

Klassisch für sechsseitige Flyer im DIN-lang-Format. Das eingewickelte innere Panel ist beim Aufklappen 1 – 2 mm schmaler (abhängig von Grammatur). Ohne diese Differenz steht es nach dem Falzen über die Kante hinaus. Das exakte Maß gibt die Druckerei-Vorlage vor. Eignet sich für Geschichten in drei Akten: Problem, Lösung, Aktion.

Zickzackfalz (3 Panels)

Auch Leporello genannt. Alle Panels sind gleich breit, der Flyer öffnet sich wie eine Ziehharmonika. Sinnvoll, wenn die drei Innenseiten gleichberechtigt nebeneinander stehen, etwa drei Produktvarianten oder drei Argumente.

Altarfalz (4 Panels)

Die beiden Außenflügel klappen zur Mitte. Beim Öffnen entsteht ein „Wow"-Moment, weil die innere Doppelseite plötzlich in voller Breite präsent ist. Stark bei emotionalen Botschaften und Bildflächen.

Kreuzbruchfalz (4 Panels)

Klassischer Mittelbruch quer und längs. Aus einem A4-Bogen entsteht ein A6-Format, kompakt und handlich. Sinnvoll, wenn Sie viel Inhalt unauffällig transportieren wollen.

Wickel- und Zickzackfalz mit 4+ Panels

Für umfangreiche Informationen wie Programme oder Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Achtung: ab vier Panels wird die Falzweite jedes Innenpanels kleiner. Der Designer muss die Maße aus der Druckerei-Vorlage übernehmen, sonst rutschen Inhalte beim Falzen über die Falzkante.

Faserlauf parallel zur Falzkante

Eine fachliche Pflicht, die oft übersehen wird: Der Faserlauf des Papiers muss parallel zur Hauptfalzkante verlaufen. Bei senkrecht zur Faser gesetztem Falz bricht die Faser, der Falz wird kantig statt sauber und es bilden sich Mikro-Risse, besonders sichtbar bei Grammaturen ab 170 g/m² und bei beschichteten Papieren. Bei Onlineprint regelt die Druckerei das automatisch; bei eigener Druckfreigabe in einer regionalen Druckerei vorab klären.

Schritt 4: Layout-Prinzipien für Flyer, die gelesen werden

Klar gegliederte Flyer-Innenseite mit Hierarchie aus Headline, Bild und CTA
Eine starke Innenseite: eine Hauptaussage pro Panel, klar hierarchisierte Typografie und genügend Weißraum.

Ein guter Flyer wird in zwei Sekunden gescannt, in zehn Sekunden gelesen und in dreißig Sekunden entschieden. Das geht nur mit klarer visueller Hierarchie:

  • Titelseite: ein klarer Benefit, kein riesiges Logo. Was hat der Empfänger davon, weiterzulesen?
  • Innenseiten: eine Hauptaussage pro Panel, unterstützt durch ein Bild oder eine Zahl.
  • Call-to-Action: visuell abgegrenzt (Farbe, Kasten oder Button), formuliert als konkrete Handlung: „Termin sichern", „Gutschein einlösen", „QR-Code scannen".
  • Sicherheitsabstand: mindestens 5 – 8 mm zum Rand. Texte zu nah an der Kante wirken eingeklemmt und werden beim Schneiden riskiert.
  • Typografie: Fließtext 9 – 11 pt, Subheads 14 – 18 pt, Headlines je nach Format 24 – 48 pt (auf A4 auch darüber). Keine Schrift kleiner als 7 pt, bei negativem Satz (helle Schrift auf dunklem Grund) nicht unter 8 pt, sonst läuft die Schrift im Druck zu.
  • Weißraum: 25 – 35 % der Fläche bewusst leer lassen. Volle Flyer wirken billig und werden seltener gelesen.

Wer beim ersten Entwurf merkt, dass alles knapp wird, hat meistens das falsche Format gewählt, nicht das falsche Layout. Lieber ein Schritt zurück zur Formatentscheidung.

Schritt 5: Druckdaten richtig anlegen

Hier scheitern die meisten Selbstgemachten. Ein Flyer kann grafisch hervorragend sein und trotzdem im Druck unbrauchbar werden, wenn die technischen Vorgaben nicht stimmen.

Beschnitt (Bleed)

3 mm umlaufender Beschnitt ist Standard. Das bedeutet: alle Bilder und Farbflächen, die bis an die Kante reichen, müssen 3 mm über das Endformat hinausgehen. Sonst entstehen beim Schneiden weiße Blitzer. Hintergrund ist die Schneidetoleranz der Druckerei von ±1 mm im Onlineprint: Texte und wichtige Elemente sollten deshalb mindestens 3 – 5 mm Abstand zum Endformat haben, damit sie auch beim ungünstigsten Schnitt nicht angeschnitten oder eingeklemmt wirken.

Farbmodus

Immer CMYK, nie RGB. RGB-Bilder werden vom Druckdienstleister automatisch konvertiert, meist mit Farbverlusten, besonders in kräftigen Blau-, Grün- und Orangetönen, die im CMYK-Gamut nicht existieren. Profil: PSO Coated v3 (FOGRA51) für gestrichene Papiere, PSO Uncoated v3 (FOGRA52) für ungestrichene und Naturpapier. Beide ICC-Profile sind kostenlos bei der European Color Initiative (ECI) verfügbar und werden von den meisten deutschen Druckereien als Standard erwartet. Ältere FOGRA39-Profile (ISO Coated v2) sind Legacy und sollten nicht mehr verwendet werden.

Schwarzaufbau und Gesamtfarbauftrag

Schwarze Fließtexte als reines Schwarz (0/0/0/100) anlegen, nicht als 4c-Schwarz. Sonst entstehen Registerfehler an feinen Buchstabenkanten. Große Schwarzflächen dagegen als Tiefschwarz mit Buntaufbau (z.B. 60/40/40/100), damit sie satt und nicht grau wirken. Der Gesamtfarbauftrag (Total Area Coverage, TAC) sollte 300 % auf gestrichenem und 280 % auf ungestrichenem Papier nicht überschreiten. Sonst trocknet die Druckfarbe nicht durch und schlägt auf die Rückseite durch.

Sonderfarben für Markenfarben

Wenn die Markenfarbe verbindlich getroffen werden muss (Corporate-Design-Pflicht), reicht 4c oft nicht. Definieren Sie eine Sonderfarbe: HKS K für gestrichene Papiere, HKS N für ungestrichene, oder Pantone Solid Coated/Uncoated im internationalen Kontext. Sonderfarben sind im Offset präzise reproduzierbar, im Digitaldruck nur näherungsweise. Aufpreis: pro Sonderfarbe rechnet die Druckerei eine zusätzliche Druckplatte und Einrichtung.

Auflösung

300 dpi bei Originalgröße, das entspricht der Faustregel „doppelte Rasterweite“ beim üblichen 150-lpi-Druck. Wer ein Bild mit 1.500 Pixel Breite auf einer A4-Fläche platziert, hat nur 127 dpi, sichtbar pixelig. Bei großflächigen, bewusst unscharf eingesetzten Hintergrundbildern genügen 240 dpi. Strichgrafiken und Liniensysteme sollten als Vektor angelegt werden; wenn als Pixel-Datei, dann mit 600 – 1.200 dpi, sonst werden feine Linien beim Druck körnig.

Schriften

Schriften entweder einbetten (in PDF/X-4) oder in Pfade umwandeln (sicherer, wenn der Drucker keine Lizenz hat). Sonst werden Schriften durch Courier oder Arial ersetzt, mit unvorhersehbaren Folgen.

Export-Format

PDF/X-4 (ISO 15930-7) ist der heutige Standard und unterstützt Transparenzen nativ, eingebettete ICC-Profile und Schichten. PDF/X-1a findet sich noch bei älteren Druckdienstleistern und verlangt vorab reduzierte Transparenzen. Beim Export Transparenzen prüfen, Überdrucken-Einstellungen kontrollieren (Schwarz auf Buntfläche überdruckt standardmäßig, das ist gewollt; Weiß auf Bunt darf nie überdrucken, sonst verschwindet es), eingebettete Bilder und Schriften verifizieren.

Detail einer Flyer-Doppelseite mit sauberer Layout-Hierarchie und ruhigem Weißraum
Was im PDF/X-4 gut aussieht, kommt auch sauber aus dem Druck. Layout, Druckdaten und Material müssen zusammenpassen.

Schritt 6: Druckverfahren und Auflage

Das Druckverfahren bestimmt Stückkosten, Lieferzeit und Qualität. Drei Fragen führen zur Entscheidung: Wie viele Stück? Wie viele Sonderfarben? Wann wird es gebraucht?

Digitaldruck. Bis ca. 500 Stück

Direktdruck aus der Druckdatei, keine Druckplatten nötig. Schnell verfügbar (24 – 72 Stunden), günstig bei Kleinauflagen, ideal für personalisierte Mailings. Bei Auflagen über 500 Stück wird Digitaldruck pro Stück teurer als Offset.

Offsetdruck. Ab 1.000 Stück

Druckplatten werden für jede Farbe einmal angefertigt, dann lange Bahnen schnell bedruckt. Höhere Einrichtungskosten, aber dramatisch niedrigere Stückpreise ab mittleren Auflagen. Bessere Schärfe und konstantere Farben als Digitaldruck. Standard-Lieferzeit im Onlineprint 5 – 10 Werktage ab Druckdatenfreigabe, mit Express-Option teils 2 – 3 Werktage gegen Aufpreis. Bei Veredelungen wie Heißfolie oder partieller UV-Lackierung kommen 2 – 5 Werktage hinzu.

Papier

  • 120 – 135 g/m² für klassische Flyer. Stabil in der Hand, ohne als Karte zu wirken.
  • 170 g/m² für hochwertigere Auslagen, Mailing-Karten und gefalzte Flyer mit höherer Beanspruchung.
  • 250 – 300 g/m² für Postkarten-Flyer, Einladungen und Premium-Anwendungen.
  • Bilderdruck glänzend für farbintensive Bildwelten und brillante Kontraste, matt oder halbmatt für ruhige, textlastige Flyer mit besserer Lesbarkeit (kein Reflexieren unter Kunstlicht), Naturpapier (Munken, Arctic Volume, RecyStar) für hochwertige oder nachhaltige Markenpositionierung.

Bei Naturpapier und Recyclingpapier den niedrigeren Weißpunkt einkalkulieren: Bilder wirken weniger brillant, dafür sympathischer und haptisch wertiger. Wer auf Nachhaltigkeit Wert legt: FSC-Mix oder FSC Recycled als Minimum, ergänzt durch mineralölfreie Druckfarben auf Pflanzenölbasis. Die meisten Onlineprint-Anbieter führen entsprechende Eco-Varianten ohne nennenswerten Aufpreis.

Veredelung

Veredelungen heben den Flyer spürbar von Standardware ab, kosten aber Aufpreis und Lieferzeit:

  • Folienkaschierung matt oder glänzend. Schützt vor Knicken und Abrieb, Faktor 1,5 – 2,5 auf den Druckpreis.
  • Soft-Touch-Folie. Samtige Haptik, optisch zurückhaltend, premium-Wirkung; Faktor 2 – 3.
  • Partielle UV-Lackierung. Glänzende Akzente auf matter Fläche (Logo, Headline); kalkulieren Sie eine Klischee-Pauschale von 80 – 150 € plus Stückkosten.
  • Heißfolienprägung (Gold, Silber, Kupfer, Holographic). Metallisch, taktil, hochwertig; Klischee-Anlauf 80 – 200 € plus Aufpreis pro Bogen. Auf rauen Recyclingpapieren mit Test-Andruck arbeiten, da die Folie schlechter haftet.
  • Blindprägung (Relief ohne Farbe). Reduziert, edel; ähnliche Kostenstruktur wie Heißfolie.
  • Stanzung oder Lasercut. Freie Außenkonturen; lohnt sich bei Imagewerbung mit Wiedererkennungswert.

Veredelung gezielt einsetzen: ein einzelnes präzise platziertes Element wirkt stärker als die Kombination aus drei. Bei Auflagen unter 250 Stück ist Veredelung über den Onlineprint meist unwirtschaftlich; dann lieber regionale Druckerei mit Spezialisierung.

Was kostet ein Flyer?

Die Gestaltung eines Flyers kostet bei einem Grafikdesigner ab etwa 400 €; ein klassischer zweiseitiger DIN-lang-Flyer liegt bei 600 – 1.000 €. Die Gesamtkosten teilen sich in drei Posten: Design, Druck und Veredelung.

  • Design durch Grafikdesigner: einfacher einseitiger DIN-A6-Flyer ab etwa 400 €, klassischer zweiseitiger DIN-lang-Flyer 600 – 1.000 €, sechsseitiger Wickelfalz mit individueller Bildwelt 900 – 1.800 €.
  • Druck (1.000 Stück, 4c): DIN A6 einseitig ab 25 €, DIN lang zweiseitig 4c 135 g ab 40 €, sechsseitiger Wickelfalz auf 170 g ab 90 €.
  • Veredelung: Folienkaschierung verdoppelt etwa den Druckpreis, Heißfolienprägung schlägt mit 80 – 200 € Anlauf plus Stückkosten zu Buche.

Wer sein Corporate Design bereits hat, liegt am unteren Ende der Designkosten. Wer Bildmaterial neu produzieren oder ein Logo entwickeln lassen muss, ergänzt das in seiner Kalkulation. Mehr Hintergrund im Artikel Was kostet ein Grafikdesigner. Ob ein externer Designer oder Inhouse-Lösung sinnvoller ist, hängt von Frequenz und Komplexität Ihrer Projekte ab.

Häufige Fehler beim Flyer-Design

  • Fehlender Beschnitt. Bilder reichen genau bis zur Kante, ergeben beim Schneiden weiße Blitzer.
  • RGB statt CMYK. Farben verschieben sich beim Druck unkontrolliert, besonders kräftige Blau- und Grüntöne.
  • Text bis an die Kante. Wirkt eingeklemmt, wird schnell beschnitten.
  • Schriften nicht eingebettet. Drucker ersetzt durch Standardschriften, Layout bricht.
  • Zu kleine Schrift im negativen Satz. Unter 8 pt auf dunklem Hintergrund läuft die Schrift im Offset zu.
  • Gesamtfarbauftrag über 300 %. Schwarze Volltonflächen mit 100/100/100/100 trocknen nicht durch und schlagen aufs Papier durch.
  • Große schwarze Flächen als 0/0/0/100. Wirken grau statt satt; besser Tiefschwarz mit Buntaufbau verwenden.
  • Weißer Text auf „Überdrucken“ gestellt. Verschwindet im Druck komplett; klassischer und teurer Anfängerfehler.
  • Keine klare CTA. Empfänger weiß nicht, was er als nächstes tun soll.
  • Falscher Falz für den Inhalt. Story passt nicht zur Dramaturgie der Falzart.
  • Billiges Papier zur Premium-Botschaft. Das Material widerspricht dem Versprechen, der Flyer wirkt unglaubwürdig.

Ein durchdachter Flyer ist keine Selbstverständlichkeit: Die richtige Wahl von Format, Falzart, Druckdaten und Papier macht den Unterschied zwischen einem Werbemittel, das gelesen und einem, das weggeworfen wird. Vorgelagert lohnt ein Blick auf die häufigsten Fehler bei der Beauftragung von Grafikdesignern. Damit Probleme gar nicht erst entstehen. Wenn Sie konkrete Projekte haben, schauen Sie sich unsere Flyer-Referenzen an – etwa den Ratgeber-Flyer für Heid Immobilien oder die Werbemittel-Kampagne für Fitgear24 – oder lassen Sie Ihren Flyer professionell gestalten. Für andere Werbemittel im Print-Cluster: Roll-up gestalten, Plakat gestalten und Messeauftritt planen.

Häufige Fragen

Welche Größe sollte ein Flyer haben?

Für Streuverteilung eignet sich DIN A6 (105×148 mm), für klassische Display- und Mailing-Anwendungen DIN lang (99×210 mm). DIN A5 (148×210 mm) bietet mehr Platz für Inhalt bei guter Lesbarkeit. DIN A4 dient als Infoblatt, Sondergrößen wirken hochwertig, kosten im Druck aber 30 – 80 % mehr. Die Wahl hängt vom Verteilweg und der Informationsmenge ab.

Wann lohnt sich ein Flyer?

Ein Flyer lohnt sich, wenn die Botschaft auf einen Blick verständlich ist und eine konkrete Handlung auslösen soll: Anruf, Website-Besuch, Termin, Gutschein-Einlösung. Typische Einsätze sind Streuverteilung, Beilagen in Zeitungen oder Paketen, Auslage am Verkaufsort, Aushändigung auf Messen und Direktmailings. Weniger geeignet ist er, wenn Sie viele Produkte präsentieren oder einen dauerhaften Markenauftritt setzen wollen. Dafür sind Imagebroschüren oder Kataloge die bessere Wahl.

Was kostet das Design eines Flyers?

Ein einfacher einseitiger DIN-A6-Flyer kostet beim freien Grafikdesigner ab etwa 400 €. Ein zweiseitiger DIN-lang-Flyer liegt typischerweise zwischen 600 € und 1.000 €. Für sechsseitige Wickelfalz-Flyer mit individueller Bildwelt liegen die Designkosten meist zwischen 900 € und 1.800 €. Druck und Veredelung kommen separat dazu.

Wie viel kostet der Flyer-Druck?

Bei 1.000 Stück 4c liegt ein einseitiger DIN-A6-Flyer ab etwa 25 €, ein zweiseitiger DIN-lang-Flyer auf 135 g ab 40 €, ein sechsseitiger Wickelfalz auf 170 g ab 90 €. Folienkaschierung verdoppelt etwa den Druckpreis, Heißfolienprägung schlägt mit 80 – 200 € Klischee-Anlauf plus Stückkosten zu Buche. Sonderfarben kosten pro Farbe eine zusätzliche Druckplatte und Einrichtung.

Welche Falzart eignet sich für welchen Inhalt?

Wickelfalz passt zu Geschichten in drei Akten, weil sich der Flyer dramaturgisch öffnet. Zickzackfalz eignet sich für drei gleichberechtigte Themen oder Produktvarianten. Altarfalz erzeugt einen Überraschungs-Effekt mit großer Innenfläche, ideal für emotionale Bildwelten. Kreuzbruchfalz hält viele Informationen kompakt in kleinem Endformat zusammen.

Was sind die häufigsten Fehler bei Flyer-Druckdaten?

RGB-Bilder statt CMYK führen zu unkontrollierten Farbverschiebungen. Fehlende 3 mm Beschnitt produzieren weiße Blitzer beim Schneiden. Schriften, die nicht eingebettet oder in Pfade gewandelt sind, werden durch Standardschriften ersetzt. Auflösungen unter 300 dpi bei Originalgröße führen zu sichtbar pixeligen Bildern. Ein zu hoher Gesamtfarbauftrag (über 300 %) verhindert die Trocknung. Schwarze Flächen mit 0/0/0/100 wirken grau statt satt. Hier ist Tiefschwarz mit Buntaufbau richtig.

Welches FOGRA-Profil ist für Flyer aktuell?

Für gestrichene Papiere PSO Coated v3 (FOGRA51), für ungestrichene und Naturpapier PSO Uncoated v3 (FOGRA52). Beide sind seit 2015 der ISO-Standard und ersetzen das ältere ISO Coated v2 (FOGRA39), das nur noch in Legacy-Workflows verwendet wird. Das jeweilige ICC-Profil sollte in der PDF/X-4-Datei eingebettet sein.

Wann lohnt sich Sonderfarbe statt 4c?

Wenn die Markenfarbe verbindlich getroffen werden muss. Etwa bei Corporate-Design-Pflicht oder kräftigen Tönen außerhalb des CMYK-Gamuts (sattes Orange, Tiefblau, Neon). HKS N oder Pantone Solid Uncoated für ungestrichene Papiere, HKS K oder Pantone Solid Coated für gestrichene. Im Offset präzise reproduzierbar, im Digitaldruck nur näherungsweise. Pro Sonderfarbe kalkuliert die Druckerei eine zusätzliche Druckplatte und Einrichtung.

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